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Baustellen im Lauf der Zeit

Effizienz ist die Grundzutat für jede gute Baustelle. Bauherren sind froh, wenn ihr Vorhaben zügig umgesetzt wird, Bauleiter und Poliere freuen sich, wenn alles „wie am Schnürchen“ läuft, und am Ende des Tages ist es auch die Wirtschaftlichkeit solcher Unternehmungen, welche optimalen Einsatz von Material und Arbeitskraft gebietet. Es folgt ein kleiner Einblick in den Baustellen-Alltag der letzten Jahrzehnte:

Christian Pullacher, der 1951 zu Herzog Bau kam, erinnert sich noch gut an seine ersten Jahre im Betrieb. Es war dies eine Zeit, in der vieles noch so war wie vor dem Zweiten Weltkrieg, denn technische und logistische Innovationen sollten erst in den 1960er-Jahren erfolgen. Das bedeutete zum Beispiel, dass der Aushub auf allen Baustellen noch händisch gemacht werden musste. Auch die Anlieferung der Baumaterialien war mühsam: „Jeden Sack Zement hatte man sieben Mal in der Hand, bevor er verarbeitet werden konnte“, so Pullacher. Der Senior-Chef, Albert Herzog, wachte damals mit Argusaugen über die Arbeiter. „Er war sehr genau, sehr streng auch. Albert Herzog schaute sich jeden Mitarbeiter genau an!“, erinnert sich Christian Pullacher.

Albert Herzog dachte aber auch wirtschaftlich. Und so durfte die erste Mischmaschine, die in den 1950er-Jahren angeschafft wurde, etwa bei der Baustelle des Schüttgutes nicht verwendet werden, denn es wäre ja „schade drum“, wie der Baumeister meinte. Die Arbeiter mussten den Beton weiterhin per Hand mischen, während die Mischmaschine neben ihnen in der Sonne funkelte. Auch 1962, beim Umbau auf der Bergstation der Schmittenhöhebahn, durfte die „gute Maschin‘“ nicht verwendet werden. Auf der Baustelle wurde sie – vermutlich zu Repräsentationszwecken – aber dennoch platziert. Friedl Fahrnberger, der Ender der 1950er-Jahre zum Unternehmen gestoßen war, erlebte damals, wie die Mischmaschine aus dem Zahnkranz fiel und von der Bergstation bis zur obersten Seilbahnstütze kollerte. „Wenn das der Senior-Chef sieht!“, dachten sich die Arbeiter und kämpften die Mischertrommel in der Mittagspause über den steilen Berghang wieder nach oben. So machte die Mischmaschine in den ersten Jahren mehr Arbeit als sie den Mitarbeitern abnahm…

Als Herbert Herzog Anfang der 1960er-Jahre den ersten Kran anschaffte, musste er die immense Investition vor der ganzen Familie rechtfertigen. Es hat seiner Sache wahrscheinlich auch wenig geholfen, dass für den Kran am Bauhof kaum Platz vorhanden war. Aber der Fortschritt hielt Einzug und mittlerweile durfte auch die Mischmaschine (in Ausnahmefällen!) verwendet werden. Friedl Fahrnberger erinnert sich, dass er und seine Kollegen sogar freiwillig am Samstagnachmittag arbeiteten, da dann die Maschine in Betrieb genommen werden konnte! Auch Senior-Chef Albert Herzog ließ sich schließlich von der unaufhaltsamen Modernisierung des Baubetriebs mitreißen. Bei der Besichtigung der ersten hydraulisch betriebenen Mischmaschinen ließ er sich zu einem positiven Urteil hinreißen: „Jo, schon fesch!“, zeigte sich der Baumeister begeistert.

Mit der Modernisierung der Materialien und der technischen Lösungen am Bau fielen auch viele mühselige Kleinarbeiten langsam weg. Hilfsarbeiter, wie sie noch in den 1960er-Jahren zuhauf am Bau zu finden waren, gibt es heute kaum noch. Auch die Unternehmenskultur änderte sich im Laufe der Jahre, da immer besser ausgebildete Führungskräfte ins Unternehmen einzogen. Nicht immer gelang die Integration ohne Probleme: Albert Herzog etwa kam 1990 ins Unternehmen seines Vaters und seine erste große Aufgabe war die Bauleitung auf der Jahresbaustelle des Hotels Steigenberger in Kaprun. Hans Schartner, damals als „alter Hase“ auf der selben Baustelle tätig, erinnert sich: „Der hat geglaubt, er hat alles neu erfunden!“ Es seien einige „klärende Gespräche“ vonnöten gewesen, um die Ansichten der Beiden unter einen Hut zu bringen, erinnern sich beide heute amüsiert.

Christian Tiefenbacher, der 1990 als Maurer bei Herzog Bau angefangen hat, schätzt die hohe Professionalität, die heute am Arbeitsplatz herrscht. Die Arbeiter, so Tiefenbacher, seien stolz auf ihren Beruf und darauf, bei Herzog Bau arbeiten zu können. Zudem fänden sich immer wieder die gleichen Partien bei den Bauprojekten zusammen, dann laufe es „wie ein Uhrwerk“. Die Stimmung im Team sei stets gut, auch wenn es einmal hart hergehe. Das Familienunternehmen ist so auch für seine Mitarbeiter quasi eine „zweite Familie“.

Effizienz am Bau, das bedeutet heute etwas anderes als noch vor 100 Jahren. Waren es damals bedingungsloser Einsatz, Arbeiten bis weit nach Dienstschluss sowie am Wochenende und extremer körperlicher Einsatz, sind es heute vor allem Teamgeist, Verlässlichkeit und hohe Professionalität, die das Gelingen von Bauunternehmungen ausmachen. Mit den technischen Innovationen gilt es mehr denn je Schritt zu halten, und auch wenn Albert Herzog das Genau-Sein von seinen Vorgängern vererbt bekommen hat: Der letzte Herzog, der gesagt hat „Und dass ihr mir ja nicht die Mischmaschin‘ hernehmt!“, wird wohl sein Großvater gewesen sein…

Bauen am Berg

ein Fall für die Männer von Herzog Bau!

Jedes Projekt beginnt mit einer Idee. Doch Ideen gibt es viele und letzten Endes braucht es viel Überzeugungsarbeit, die richtigen Personen im selben Boot und vor allem Kapital, um Projekte umzusetzen. Und dann braucht es ein paar richtige Männer, die anpacken und die Ideen Wirklichkeit werden lassen: Bei Wind und Wetter, zu jeder Tages- und Nachtzeit und in jeder Höhenlage. Wie die Mitarbeiter der Firma Herzog Bau, die dies bei den vielen Projekten der Schmittenhöhebahn unter Beweis stellen konnten und noch immer können – im Rahmen einer Partnerschaft, die schon über 90 Jahre lang besteht!

Dem Zeller Juristen Dr. Eduard Bittner ist während eines Südtirolurlaubs im Jahre 1925 so eine Idee gekommen: Eine Seilbahn wie sie hier in Meran haben – das brauchen die Zeller auch. Schließlich ist die Schmittenhöhe als einer der schönsten Aussichtsberge Österreichs weithin bekannt! Gesagt, getan – Bittner fuhr heim, sprach über seine Idee mit ein paar Gleichgesinnten und wurde bei Landeshauptmann Franz Rehrl vorstellig, um die Finanzierung unter Dach und Fach zu bringen. Die Angebote wurden eingeholt, die beteiligten Firmen beauftragt und im Mai 1927 konnte bereits der Spatenstich zu diesem Megaprojekt getätigt werden.

Die Seilbahntechnik kam von einer der damals führenden Betriebe: Adolf Bleichert und Co. aus Sachsen hatte schon mehrere derartige Projekte realisiert. Für die Firmen vor Ort war der Bau einer Seilbahn hingegen etwas Neues. Albert Herzog war vier Jahre zuvor einen Unternehmensverbund mit der hiesigen Zimmerei Straßgschwandtner eingegangen und war in Partnerschaft mit Prikl & Eysert aus Salzburg maßgeblich am Gelingen des Projekts „Schmittenhöhebahn“ beteiligt. Bereits im Dezember ging der Probebetrieb los. Die Bauzeit von wenigen Monaten für Berg- und Talstation wäre auch heute noch beachtlich; für damalige Verhältnisse leistete man fast Übermenschliches.

Baumaschinen suchte man auf dieser Baustelle vergeblich. Alles wurde mehr oder weniger in Handarbeit erledigt. Transportiert wurde über die Hilfsseilbahn, die am 15. Juni in Betrieb ging. Etwa zur gleichen Zeit begann man mit den Stützfundamenten und der Bergstation. Am 29. Juni wurde bereits der Dachstuhl der Talstation errichtet. Wenn man bedenkt, dass etwa für den Fundamentsockel der Stütze 2 ganze 230 Kubikmeter Beton verbaut werden mussten, kann man erahnen, wie aufwändig diese Arbeiten waren – umso beeindruckender dieser zeitliche Ablauf!  

Der Bau der Seilbahn erfolgte in Windeseile und legte den Grundstein nicht nur für den weiteren Aufstieg des Ortes in die touristische Spitzenliga, sondern auch für eine der fruchtbarsten Partnerschaften für die Firma Herzog Bau. Mit der Schmittenhöhebahn AG sollten im Laufe der nächsten neun Jahrzehnte noch viele wichtige Projekte verwirklicht werden. Doch zuvor meldete noch ein weiteres Unternehmen Baubedarf an, und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Schmitten“ …

1956 wurde die “Sonnenalmbahn Ges.m.bH.“ gegründet. Der Erfolg der Schmittenhöhebahn hatte die Hoffnung auf ein weiteres Seilbahnprojekt keimen lassen. Hauptgesellschafter waren die Stadtgemeinde Zell am See und die Schmittenhöhebahn AG, der Rest bestand aus einer Liste namhafter Zeller Bürger, die sich von der Bahn vor allem eine Belebung des Wintertourismus versprachen. Der Bau der Pendelbahn ging gewohnt rasch voran – bereits im April 1957 konnte gefahren werden. Mit dabei waren selbstverständlich auch die Männer der Firma Herzog Bau! Zwar waren schon Mischmaschinen auf den Baustellen zu finden, der Aushub erfolgte aber nach wie vor händisch. Die Arbeiter hatten Wind und Wetter zu widerstehen und viele Höhenmeter zu Fuß zurückzulegen. Der Bau der Sonnenalmbahn war vielleicht die letzte größere Baustelle, auf der man ohne Kran auskommen musste, denn einen solchen gab es bei Herzog Bau dann erst ab 1960.

Ab den 1960er-Jahren ging es auch auf der Schmittenhöhe rasant voran. Es entstanden über die Jahre zahlreiche Lift- und Seilbahnanlagen, welche mehrfach erweitert und umgebaut wurden, um den steigenden Kapazitätsansprüchen zu genügen. Die Winter, die ins Land zogen, brachten mehr und mehr begeisterte Skifahrer nach Zell am See, und auch in den Auftragsbüchern von Herzog Bau fand sich immer öfter die Schmittenhöhebahn AG als Bauherrin wieder. Als letztes großes abgeschlossenes Projekt sei hier der areitXpress genannt: Der mittlerweile wichtigste Einstiegspunkt ins Skigebiet war 1971 mit dem Bau eines Doppelsesselliftes geschaffen worden. Schon wenige Jahre später wurden die Rufe nach einer Umlaufgondelbahn laut, die dem Besucheransturm gerecht werden konnte. Die elendslangen Wartezeiten am Areit-Sessellift waren fast schon legendär geworden. 1988 war es dann soweit: Die Areitbahn wurde als kuppelbare 6er-Gondelbahn samt neuer Tal- und Bergstation eröffnet. 1996 wurde sie um die Sektionen II und III erweitert, allesamt Projekte, an denen auch Herzog Bau maßgeblich beteiligt war! Den letzten großen Schritt tat man 2017 mit einem Generalumbau der Seilbahn zu einer zeitgemäßen 10er-Gondelbahn. Die Talstation der nun areitXpress genannten Seilbahn hat ihren ganz besonderen Reiz und ist in jedem Fall ein Hingucker! 

Das Bauen am Berg ist in den letzten 100 Jahren eine Spezialität von Herzog Bau geworden, daran hat nicht zuletzt die Schmittenhöhebahn maßgeblichen Anteil. Neben den Seilbahn- und Liftanlagen war man am Bau von Versorgungseinrichtungen, Pumpstationen und auch zahlreichen Hütten beteiligt. Genannt seien als Beispiele der Neubau der Schmiedhofalm und die zahlreichen Umbauten und Erweiterungen des Berghotels Schmittenhöhe. Hoch hinaus will man mit der Schmitten auch in Zukunft, und so ist man derzeit mit den Arbeiten an der unteren Sektion des zellamseeXpress in Viehhofen beschäftigt, der ein wichtiger Schritt zum Skigebietszusammenschluss der Schmitten mit dem Glemmtal ist.

Das Gefühl, am Puls der Zeit zu sein, und Projekte zu verwirklichen, welche die Zukunft der ganzen Region positiv gestalten, ist ein wesentliches Element bei Herzog Bau. Die Partnerschaft mit der Schmittenhöhebahn AG steht dafür Pate und Herzog Bau freut sich, auch in Zukunft seine Männer in den Dienst der Schmitten zu stellen, um gemeinsam spannende Projekte verwirklichen zu dürfen!

Als Partner “der ersten Stunde” arbeiten wir bereits seit über 90 Jahren mit Herzog Bau erfolgreich zusammen. Bauen am Berg ist immer wieder eine ganz besondere Herausforderung, daher schätzen wir die professionelle Zusammenarbeit sehr. Wir arbeiten mit ausgezeichneten Fachkräften, die unsere Angebote kennen und das Geschäft verstehen. Ein ständiger Austausch ermöglicht es uns, laufende Verbesserungen auf der Schmitten zum Wohle unserer Gäste und Partner zu berücksichtigen.

Aus diesen Gründen danken wir Albert Herzog und seinem Team für die jahrzehntelange hervorragende Zusammenarbeit.

Dr. Erich Egger, Vorstand Schmittenhöhebahn AG

Albert Herzog

ein junger Maurermeister legt ein Fundament …

Das Jahr 1919 war ein Jahr leise keimender Hoffnung. Nach dem schrecklichsten Krieg, den die Menschheit bis dato gesehen hatte, war endlich Friede eingekehrt und langsam kamen die Soldaten des untergegangenen Kaiserreichs nach Hause zu ihren Familien.

Albert Herzog war seit Oktober 1910 als k.u.k. Pionier in Linz stationiert gewesen und hat daher den großen Krieg in seiner vollen Länge erleben müssen. Nach seiner Heimkehr im November 1918, schien auch er entschlossen, das Erlebte möglichst schnell hinter sich zu lassen. Am 14. Jänner 1919 heiratete er Anna Mayrhofer vom Ottinggut in Leogang. Wenige Monate später, im Juni 1919, kauften die beiden das Objekt in der Saalfeldnerstraße 199 in Zell am See welcher zum Firmensitz des Einzelunternehmens des Maurermeisters Albert Herzog wurde.

Albert Herzog war am 20. April 1889 in Saalfelden als uneheliches Kind der Anna Herzog geboren worden. Sein Vater war der Maurermeister und Kalkbrenner Josef Rainer aus Maria Alm. Albert erlernte ebenfalls das Maurerhandwerk und war bis 1910 im Betrieb des Vaters tätig. Nach seiner Zeit beim Militär arbeitete er als Polier und selbstständiger Bauleiter bei der Firma Wiechenthaler in Saalfelden. Seine Meisterprüfung legte er am 29. April 1919 in Graz ab. Damit war der Weg in die Selbständigkeit geebnet.

Das Maurerunternehmen in Zell am See begann klein. Der Bauhof wurde auf dem Gelände der Strubergasse errichtet. Dort befanden sich auch eine Kalkgrube und ein Kalkmagazin. Der darauf befindliche Schuppen wurde zum ersten Lagerplatz des noch jungen Betriebs.

In den ersten Jahren des Bestehens stellte man Hohlblocksteine und Betonziegel noch selbst her. Auch Betonrohre wurden im Magazingebäude des Bauhofes zuerst händisch erzeugt, später dann mit einer Stampfmaschine. Die Materiallieferungen erfolgten mit der Eisenbahn: Vom Bahnhof wurden diese mit Pferdefuhrwerken zum Bauhof oder direkt zu den Baustellen gefahren. 

In Zell am See waren die Jahre zwischen den Weltkriegen von zahlreichen Verbesserungen und Modernisierungen der vorhandenen Infrastruktur geprägt. Die zunehmenden politischen Unsicherheiten verschärften die Krise zusehends. Gerade noch rechtzeitig, so könnte man im Nachhinein sagen, gelang es der Zeller Bevölkerung im Jahre 1927 aber, ein Bauvorhaben zu realisieren, das den Grundstein für die erfolgreiche touristische Entwicklung in Zell am See legen sollte: Der Bau der ersten Seilbahn Salzburgs, der Schmittenhöhebahn! Mit dabei war selbstverständlich der Vorzeigebetrieb von Albert Herzog.

Mehr über dieses spannende erste Großprojekt der Firma lesen Sie in unserem nächsten Beitrag…

100 JAHRE

Am 14. Juni 1919 kaufte der Maurermeister Albert Herzog ein Grundstück in der Saalfeldnerstraße in Zell am See. Er legte damit den Grundstein für sein Bauunternehmen, das in den nächsten 100 Jahren zum Inbegriff für Qualität und Innovation im Bau werden sollte.

Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen unseres Jubiläums. Der Blick zurück ist zwar nicht unbedingt die große Stärke eines Unternehmens, das sich vor allem mit der Zukunft beschäftigt; trotzdem sind die Mitarbeiter von Herzog Bau und die Familie selbst stolz darauf, was in den vergangenen Jahrzehnten alles geleistet wurde.

Deshalb nehmen wir das 100-jährige Firmenbestehen zum Anlass, um ein bisschen in die Geschichte von Herzog Bau zu blicken und Ihnen das Unternehmen und die Menschen dahinter näher zu bringen.

In den kommenden Monaten werden wir auf dieser Seite einige Highlights der Unternehmensgeschichte präsentieren: Tolle Bauprojekte, Kuriositäten aus dem Arbeitsalltag und Interessantes von und über die Menschen, die das Unternehmen seit der Gründung mitgeprägt haben.